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Kieferorthopädie bei Kindern: Wissenswertes für Eltern

Laut Robert-Koch-Institut werden 55 Prozent der Mädchen sowie knapp 51 Prozent der Jungen in einem Alter zwischen 13 und 14 Jahren kieferorthopädisch behandelt. Eine kieferorthopädische Behandlung bei Kindern wirft bei deren Eltern oftmals viele Fragen auf. Ab welchem Alter ist ein Besuch in einer kieferorthopädischen Praxis erforderlich? Welche Gründe gibt es für solch eine Behandlung bei Kindern? Welche verschiedenen Korrekturmöglichkeiten kommen dabei zum Einsatz? Und mit welchen Behandlungskosten müssen Eltern rechnen? All diese Fragen werden in diesem Artikel ausführlich beantwortet.

Ab welchem Alter ein Besuch bei einem Kieferorthopäden sinnvoll ist

In der Regel wird mit einer kieferorthopädischen Behandlung erst in einem Alter zwischen neun und zwölf Jahren begonnen. Experten empfehlen Eltern jedoch, bei ihren Kindern einen ersten Vorsorge-Check durchführen zu lassen. Dieser eignet sich für Kinder in einem Alter zwischen fünf und sechs Jahren. So kann zum Beispiel ein Behandlungsbedarf, was die kindliche Gebissentwicklung betrifft, frühzeitig erkannt werden. Anschließend erfolgen dann regelmäßige Kontrolltermine, die normalerweise einmal im Jahr stattfinden, um so herauszufinden, welche kieferorthopädische Behandlung zukünftig erforderlich sein wird. Die Kontrolltermine werden von den Krankenkassen übernommen.

Im Falle eines diagnostizierten Kreuzbisses, eines offenen Bisses oder einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte wird jedoch ein früherer Behandlungsbeginn bei Kindern empfohlen.

Grundsätzlich ist ein frühzeitiger Besuch in einer kieferorthopädischen Praxis also in jedem Fall vorteilhaft. Denn dank einer Frühbehandlung der dentalen sowie skelettalen Probleme bei Kindern kann gegebenenfalls eine langwierige und aufwändige Behandlung zu einem späteren Zeitpunkt verhindert werden.

Ein Tipp für die Suche nach einer geeigneten kieferorthopädischen Praxis: Es sollte darauf geachtet werden, dass der Kieferorthopäde über eine dreijährige fachspezifische Ausbildung verfügt. Diese Information ist im Normalfall auf der Webseite der entsprechenden Praxis zu finden, so wie es zum Beispiel auf der Webseite vom Kieferorthopäde in München für die Leser und Leserinnen schnell ersichtlich wird.

Gründe für eine kieferorthopädische Behandlung bei Kindern

Es gibt unterschiedliche Gründe, weshalb eine kieferorthopädische Behandlung bei Kindern empfehlenswert sein kann. Neben ästhetischen Gründen, wie beispielsweise Zahnlücken, welche sich negativ auf das Selbstwertgefühl von Kindern und Jugendlichen auswirken können, gibt es noch weitere Aspekte, die für eine kieferorthopädische Behandlung sprechen. Wenn Patienten zum Beispiel aufgrund von Zahnfehlstellungen Schwierigkeiten beim Kauen haben, wodurch die Nahrung wiederum nicht richtig zerkleinert wird, ist ein Besuch bei einer Kieferorthopädie definitiv ratsam.

Doch auch die Aussprache kann aufgrund von Zahnfehlstellungen beeinträchtgt werden. Dies wirkt sich unter Umständen negativ auf die Sprachentwicklung von Kindern aus und bedingt möglicherweise Lispeln oder Nuscheln. Ein weiterer Aspekt, der für eine kieferorthopädische Behandlung spricht, ist die Entlastung der Kiefergelenke, da Fehlstellungen ebenso Kopf- und Nackenschmerzen auslösen können. Dies hängt mit der ungleichen Abnutzung und Beschädigung der Zähne zusammen. Zuletzt ist noch die Erleichterung der Zahnpflege als Grund für eine kieferorthopädische Behandlung zu nennen, da eng zusammenstehende Zähne die Zahnpflege erschweren können, was wiederum die Entstehung von Karies und/oder Parodontitis bedingt.

Zahnspangen als Korrekturmöglichkeiten bei Fehlstellungen

Wird bei einem Kind eine Fehlstellung des Kiefers diagnostiziert, gibt es unterschiedliche Korrekturmöglichkeiten, die in Frage kommen können. In diesem Fall  kommen besonders häufig Zahnspangen zum Einsatz. Dabei können feste oder lose Zahnspangen verwendet werden. Die losen Zahnspangen dienen der Korrektur leichterer Fehlstellungen.

Sie können mehr Platz schaffen, den Kiefer dehnen oder Lücken schließen. Die Anwendung eignet sich vor allem für Kinder und Jugendliche, da sich ihre Zähne noch im Wachstum befinden. Wichtig dabei ist, die lose Zahnspange täglich für mindestens zwölf Stunden zu tragen, um auf diese Weise das gewünschte Ergebnis erzielen zu können. Die lose Zahnspange hat im Vergleich zur festen Zahnspange den Vorteil, dass man sie herausnehmen kann, da sie nicht an den Zähnen befestigt ist.

Der Nachteil ist jedoch, dass die Behandlungsdauer mit einer losen Zahnspange in der Regel länger dauert und das Sprechen beim Tragen deutlich erschwert ist, da sich die Zunge nicht frei bewegen kann. Feste Zahnspangen sind demnach wesentlich effektiver, da sie 24 Stunden täglich zum Einsatz kommen. Bei ihnen werden in der Regel Metallbrackets fest auf den Zähnen befestigt, die wiederum mit einem Bogendraht verbunden sind. Sie sind vor allem dann notwendig, wenn die Zähne beispielsweise eng und verschachtelt zusammenstehen oder das Zusammenbeißen nicht mehr richtig gelingt bzw. dies in absehbarer Zeit der Fall sein wird.

Grundsätzlich können fast alle Zahnfehlstellungen mit Hilfe von festen Zahnspangen behoben werden. Welche Korrekturmöglichkeit letztendlich zum Einsatz kommt, wird jedoch immer im Vorfeld mit dem jeweiligen Kieferorthopäden individuell abgestimmt.

Die Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung bei Kindern

Die Schwere der Fehlstellung entscheidet darüber, ob die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung von Kindern und Jugendlichen bis zu einem Alter von 18 Jahren übernehmen. Hierfür gibt es seit dem Jahr 2002 die sogenannten “kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG)”. Diese sind in insgesamt fünf KIG-Stufen aufgeteilt und unterscheiden sich nach dem jeweiligen Schweregrad. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die kieferorthopädischen Behandlungskosten ab der KIG-Stufe drei, die sich wie folgt definiert: “Ausgeprägte Fehlstellungen zwischen 2 und 5 mm, medizinisch notwendige Behandlung”.

Die entsprechende Fehlstellung wird anhand der vorgegebenen Kriterien millimetergenau von der behandelnden Kieferorthopädie ermittelt und in Form eines Behandlungsplanes der jeweiligen Krankenkasse vorgelegt. Dies gilt jedoch ausschließlich für Kinder und Jugendliche bis zum Ende des 17. Lebensjahres. Erwachsene müssen die Kosten in der Regel selbst übernehmen. Es sollte jedoch berücksichtigt werden, dass der Eigenanteil der Eltern bei einer Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenkassen bei 20 Prozent liegt. Sobald die Behandlung erfolgreich abgeschlossen wurde, bekommen die Eltern den Eigenanteil allerdings erstattet.

Aus diesem Grund sollten alle Belege gut aufbewahrt werden, um so die Erstattung nach einer erfolgreichen Behandlung sachgemäß beantragen zu können. Des Weiteren sollte berücksichtigt werden, dass sich die Kostenübernahme ausschließlich auf medizinisch notwendige Leistungen bezieht. Somit muss alles, was über die Standardleistungen hinaus geht, selbst finanziert werden. Wird beispielsweise eine feste Zahnspange bevorzugt, die aufgrund von unauffälligen oder kleineren Brackets weniger sichtbar ist, so geht diese über die medizinisch notwendige Leistung hinaus und wird nicht von den Krankenkassen übernommen.

Um auf der sicheren Seite zu sein, haben Eltern die Möglichkeit, eine private Zahnzusatzversicherung für ihre Kinder abzuschließen. Je nach Tarif werden bis zu einem bestimmten Betrag bis zu 100 Prozent der kieferorthopädischen Behandlungskosten erstattet.  Ein weiterer Vorteil bei einer Zahnzusatzversicherung ist, dass die Leistungen in den meisten Fällen für alle fünf KIG-Stufen gelten und nicht auf bestimmte Indikationsgruppen beschränkt sind.

 

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