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Zahn-Beschwerden leicht identifizieren – ein Leitfaden

Leiden Sie derzeit oder immer wieder unter Beschwerden wie Zahnschmerzen oder Schmerzen im Kiefer? Dann sollten Sie diesen auf den Grund gehen. Hierbei ist abwarten das falsche Mittel.

Oft treten die Schmerzen direkt an den Zähnen auf. Dennoch können Schmerzen am Kiefer ebenfalls durch Erkrankungen am Zahn ausgelöst werden. Eine Fehlstellung des Kiefergelenks oder eine Verspannungen der Kiefermuskulatur können Ohrgeräusche oder Tinitus hervorrufen. Aber am häufigsten werden Schmerzen an den Zähnen durch Karies verursacht.

Einige Beschwerden können Sie leicht vorbeugen und lindern. Hierbei ist die richtige Zahnpflege entscheidend. Des Weiteren können Hausmittel oder Globuli in einzelnen Fällen ebenfalls helfen. Im Gegensatz dazu können andere Zahnbeschwerden nur durch einen Zahnarzt behandelt werden.

Ursachen kennen, weitere Probleme verhindern

Es ist wichtig die Ursachen für Ihre Beschwerden herauszufinden. Nur so können Sie weitere Schäden an Ihren Zähnen vermeiden. Denn bei Zahnbeschwerden gilt:  Je länger sie unbehandelt bleiben, desto mehr Schäden verursachen sie.

Folglich kann eine Behandlung immer aufwändiger werden, je länger eine Ursache bestehen. Im schlimmsten Fall können einzelne Zähne nicht mehr gerettet werden und müssen durch teuren Zahnersatz ersetzt werden.

Ihre Beschwerden können zwischenzeitlich verschwinden. Aber wenn die Erkrankung nicht behandelt wird, kommen die Schmerzen auch irgendwann wieder. Sehen Sie sich genau an, welche Zahnbeschwerden Sie haben und lassen Sie sich infolgedessen vom Zahnarzt helfen.

Wie Sie die Ursachen Ihrer Beschwerden identifizieren

Betrachten Sie Ihre Zähnen und Ihr Zahnfleisch vor dem Spiegel. Schäden am Zahn sind oft direkt sichtbar. Im Gegensatz dazu kommt der Schmerz bei Zahnschmerzen und empfindlichen Zähnen von innen. Hier muss Ihr Zahnarzt weiter nachforschen. Trotz allem kann eine wirkliche Diagnose nur Ihr Zahnarzt stellen. Bei anhaltenden Zahnbeschwerden sollten Sie in jedem Fall umgehend einen Zahnarzt in Ihrer Nähe aufsuchen.

Erste Prüfung: Schädigungen an Zähnen untersuchen

Zahn abgebrochen

Fehlt ein Stück von einem Zahn oder ist ein ganzer Zahn abgebrochen? Dann sollten Sie schnell und richtig handeln. Durch zu hohe Belastung, Unfällen oder bei Missbrauch Ihrer Zähne, können Ihre Zähne Schaden nehmen.

Was tun bei abgebrochenem Zahn?

Am allerwichtigsten ist jetzt, dass Sie ruhe bewahren. Noch besser ist es, wenn Sie die abgebrochenen Teile in einer Zahnrettungsbox aufbewahren. Diese bekommen Sie in einer Apotheke. Haben Sie keine Box zur Hand, dann bewahren Sie alles abgebrochene in H-Milch (ultrahocherhitzt) oder einer Kochsalzlösung auf. Ganz zur Not können Sie die Teile auch in Ihrem Speichel aufbewahren. Jetzt sollten Sie umgehend einen Zahnarzt-Notdienst aufsuchen.

Zahnschmelz geschädigt

Entdecken Sie unregelmäßige Oberflächen Ihrer Zähne oder verfärbte Stelle, besteht die Gefahr, dass Ihr Zahnschmelz abgebaut wurde oder andere Erkrankungen vorliegen.

Zahnschmelzabbau

Zahnschmelzabbau zählt heute zu den häufigen Zahnbeschwerden. Dabei ist er für Sie schwer zu erkennen. Daher sollten Sie regelmäßige zur Kontrolle bei Ihrem Zahnarzt gehen. Kinder und Jugendliche sind ebenfalls wie Erwachsene betroffen. Dies liegt vor allem an sauren Getränken und Speisen, die wir zu uns nehmen und den Zahnschmelz schädigen.

MIH-Krankheit bei Kindern

Heute leiden viele Kinder unter der Krankheit MIH (Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation). Dabei kommt es vorwiegend an den Backenzähne (Molaren) zu braunen oder gelb-orangen Verfärbungen. Unter kleinster Belastung platzen kleine Teile der Verfärbung nach und nach ab.

Was hilft bei Zahnschmelzabbau oder MIH?

Egal was mit Ihrem Zahnschmelz nicht stimmt, Sie sollten umgehend zu Ihrem Zahnarzt gehen. Denn der Zahnschmelz schützt Ihren Zahn. Ist er ungeschützt, kann er im schlimmsten Fall ausfallen.

Riss im Zahnschmelz, Zahn oder Zahnersatz

Ein Riss kann oberflächlich im Zahnschmelz sein oder den ganzen Zahn betreffen. Zum Beispiel können Risse im Zahnschmelz durch Zähneknirschen entstehen. Aber auch die Säure in Fruchtsäften greift den Zahnschmelz an und es kann zu kleinen Rissen kommen. Diese sind aber nicht weiter schlimm und schließen sich meistens von alleine wieder.

Ein Riss im Zahn ist schon deutlich schlimmer und sollte direkt behandelt werden. Meistens kommen diese größeren Verletzungen am Zahn durch große Krafteinwirkung wie bei Unfällen zustande. Aber auch das Werkzeug bei einer Zahnbehandlung kann versehentlich zu Rissen im Zahn führen.

Oft muss ein Zahn bei solch einer Verletzung überkront werden. Zusätzlich ist eine Behandlung des Wurzelkanals notwendig, um den völligen Verlust des Zahnes zu vermeiden.

Risse im Zahnersatz

Wenn Sie Risse in Ihrem Zahnersatz entdecken, sollten Sie Ihren Zahnarzt aufsuchen. Unter anderem können Ermüdung des Materials zu dem Schaden geführt haben. Dann muss Ihr Arzt beobachten, ob eine Reparatur möglich ist oder ein neuer Zahnersatz angefertigt werden muss. 

Zahnstein und Plaque

Als Plaque wird der Zahnbelag bezeichnet, der sich auf Ihren Zähnen ablagert. Bei mangelnder Mundhygiene bleibt dieser Belag auf Ihren Zähnen. Dadurch kann der Belag sich festigen und wird zu Zahnstein.

Wie bildet sich Zahnstein?

Er bildet sich vorwiegend an der Innenseite der vorderen unteren Schneide- und an den Außenseiten der hinteren oberen Backenzähne. Hier tritt vermehrt Speichel aus. Der Speichel schützt unsere Zähne und hilft bei der Verdauung unserer Nahrung. Dennoch kommt es zu einer chemischen Reaktion zwischen Speichel und dem Zahnbelag.

Wenn Sie jetzt diese Plaque-Schicht nicht richtig wegreinigen, bildet sich der feste Zahnstein. Sie erkennen Zahnstein als gelblich festes Material an den Zähnen. Dabei ist der Zahnstein so fest, dass Sie ihn nicht mehr durch die normale Zahnpflege beseitigen können. 

Warum ist Zahnstein schädlich?

Die Bakterien haften super an den rauen Oberflächen des Zahnsteins. Hierdurch kann eine Zahnfleischentzündung entstehen. Wenn sich die Bakterien weiter vermehren können, droht Ihnen auch noch Parodontitis. Also lieber regelmäßig zum Zahnarzt und bei der Kontrolle den Zahnstein entfernen lassen.

Zweite Prüfung: entstehen die Schmerzen direkt am Zahn?

Empfindliche Zähne

Haben Sie ab und zu auf einmal einen stechenden Schmerz im Zahn? Dann kann es sein, dass Sie empfindliche Zähne haben. In Deutschland leiden mehr als die Hälfte der Erwachsenen daran. Sie sind also nicht allein mit Ihrem Problem. Gerade bei heißen, kalten süßen oder sauren Nahrungsmitteln verspüren wir diesen Schmerz.

Was sind Ursachen für empfindliche Zähne?

Der Grund für die Empfindlichkeit Ihrer Zähne liegt an freilegenden Zahnhälsen. Diese sind sehr schmerzempfindlich. Warum kommt es aber zu den freilegenden Zahnhälsen? Dafür muss Ihr Zahnfleisch zurückgehen. Dies passiert meist durch die falsche Technik beim Zähneputzen. Es kann aber auch altersbedingt sein.

Was hilft bei empfindlichen Zähnen?

Sie sollten auf jeden Fall Ihren Zahnarzt aufsuchen. Er kann schlimmeres verhindern und Ihnen helfen. Ihr Zahnfleisch kann sich nicht von allein erholen. Es bedarf immer einer Behandlung. Bei mir hat mein Zahnarzt einen Zahn mit einem Lack versiegelt.

Nach 24 Stunden war wieder alles gut. Das Zahnfleisch konnte sich erholen und ich habe bis jetzt keine Beschwerden mehr gehabt. Zudem können Sie Zahnpasta verwenden auf der „Sensitive“ steht. Diese sind meist für empfindliche Zähne entwickelt worden.

Zahnschmerzen

Zahnschmerzen werden in der Regel durch folgende Vorgänge oder Zustände ausgelöst:

  • Zähne sind durch Karies befallen.
  • Zahnschleifenzündung
  • Zahnfüllungen sitzen schlecht oder sind ausgefallen. Es kann auch sein, dass sie zu groß sind und dadurch eine falsche Belastung der Zähne entsteht.
  • Ein Zahn ist abgebrochen
  • Weisheitszähne brechen durch.
  • Zähne stehen schief und werden dadurch falsch belastet.
  • Zähne-Knirschen tritt auf
  • Ein Zahn ist verletzt. Dies kann zum Beispiel bei Ihrer letzten Behandlung passiert sein.

Was hilft bei Zahnschmerzen?

Am besten Sie gehen umgehend zu Ihrem Zahnarzt und lassen sich untersuchen. Doch Zahnschmerzen richten sich nicht nach den Öffnungszeiten und tauchen gerne in der Nacht oder am Wochenende auf.

Zum einen können Sie bei Schmerzen auf Schmerztabletten, wie Paracetamol oder Ibuprofen, nehmen. Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure (ASS) sollten Sie dabei vermeiden. ASS kennen Sie vielleicht eher unter dem Markennamen Aspirin.

Es gibt auch einige Haushaltsmittel, die Ihnen helfen können. Hier ist eine Auswahl.

  • Lauwarmer Kamillen- oder Salbeitee
  • Teebaumöl ziehen
  • Klosterfrau Melissengeist auf den Zahn tropfen
  • Rosmarin-Blätter kauen

Zahnentzündung

Bei einer Zahnentzündung ist das innere vom Zahn entzündet. Im Zahnmark verlaufen Blutgefäße, Nerven und Lymphen. Bei einer Entzündung haben sich Bakterien in das innere Ihres Zahns vorgearbeitet. Die häufigste Ursache hierfür ist Karies.

Die Bakterien können aber auch über zu große Zahnfleischrückgangden Zahn angreifen. Die Taschen bilden sich zum Beispiel bei Zahnflesichrückgang. Daneben gehören undichte Zahnfüllungen zu den potenziellen Ursachen. Ihr Zahn kann auch bei einer Zahnbehandlung verletzt worden sein. Dies kann beim Bohren am Zahnbein passieren. Wenn dieses zu heiß wird, bildet sich eine Wunde, die sich dann entzündet.

Was sind Symptome bei Zahnentzündung

Patienten mit einer Zahnentzündung plagen sich oft mit starke pochende Schmerzen herum. Dabei können die Zähne auch sehr empfindlich sein. Auch rote angeschwollene Wangen können darauf hinweisen. Ein weiteres Zeichen für eine Entzündung ist auch Eiter am Zahnfleisch.

Was hilft bei Zahnentzündung?

Wenn ein Zahn entzündet ist, hilft Ihnen am besten Ihr Zahnarzt. Nur er kann Ihnen wirklich helfen. Daher sollten Sie ihn umgehend aufsuchen und keine weitere Zeit verlieren. Um schnell Abhilfe zu schaffen, können Sie mit Teebaumöl den Mund spülen.

Baby-Zahnen

Auch die kleinsten unter uns haben Zahnbeschwerden. Meistens kommen dann die Milchzähne durch. Bei manchem verläuft das Zahnen komplett ohne Schwierigkeiten. Andere quälen sich mit Beschwerden.

Ihr Kind ist quengeliger oder unruhiger als üblich. Es kann auch öfter weinen als sonst. Eventuell bemerken Sie mehr Speichel als üblich. Oder das Baby steckt sich vermehrt seine Faust oder Gegenstände in den Mund.

Bei manchen kommt es zur Rötung und Schwellung der Zahnleiste. Begleitend kann auch erhöhte Temperatur, Fieber oder eine Entzündung des Mittelohrs auftreten. Auch zu Durchfall oder Bauchschmerzen kann es kommen. Solange noch Zähne nachkommen, können die Beschwerden auch immer wieder auftauchen.

Was hilft beim Zahnen?

Für Ihr Kind hilft es auf relativ harten Gegenständen herumzukauen. Geben Sie dem Kleinkind eine Brotkruste oder eine Karotte. Es gibt auch besondere Beißringe, die Ihrem Baby helfen können. Manche gibt es auch als kühlenden Beißring. So helfen Sie auch bei Schwellungen an der Zahnleiste.

Auch helfen Ihnen Zahnbürste mit Stoppeln anstatt mit Bürsten. Darauf kann Ihr Kind dann herumkauen und gewöhnt sich dadurch auch schon ans Zähneputzen. Eine falsche mit Wasser oder nicht gesüßtem Tee zum nuckeln hilft auch schon. Achte auf nicht zuckerhaltige Getränke. Damit die neuen Zähne nicht von Zucker angegriffen werden.

Wenn alles nicht hilft, gibt es auch Medikamente. Bevor Sie Ihrem Kind Medikamente geben, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Kinderarzt sprechen. Er wird Ihnen das richtige Medikament empfehlen.

Zahnfistel

Eine Zahnfistel bildet sich durch entzündliche Prozesse an der Wurzelspitze. Schuld sind dafür eindringende Bakterien. Daher sind meistens mangelnde Mundhygiene oder ein schwaches Immunsystem daran verantwortlich. Auch das Rauchen ist ein Risikofaktor.

Wie entsteht die Zahnfistel?

Die eindringenden Bakterien bekämpft Ihr Immunsystem. Dadurch entsteht die Entzündung. Als Folge der Entzündung wird der Kieferknochen zerstört. Es bildet sich ein kleiner Kanal von der Wurzelspitze in den Mundraum. Hierüber tritt der Eiter der Entzündung aus.

Was sind Symptome bei Zahnfistel?

Anfangs werden Sie kaum Beschwerden wahrnehmen. Es steigert sich zu leichten klopfenden Schmerzen. Der Bereich des betroffenen Zahns schwillt an. Danach ist die Eiterblase sichtbar und starke Schmerzen an dieser Stelle treten auf. Ihre Schmerzen können dann auch wieder abnehmen. Dies ist sehr trügerisch, aber der Kieferknochen wird weiter zerstört.

Wie wird Zahnfistel behandelt?

Ihr Zahnarzt muss zuerst die Ursache für die Bildung der Fistel feststellen. Dann entscheidet er die weitere Behandlung. In jedem Fall wird ein operativer Eingriff notwendig. Nur so kann die Entzündung entfernt werden.

Um die Heilung zu beschleunigen, bekommen Sie Antibiotika. In jedem Fall sollten Sie bei anfänglichem Verdacht schon zu Ihrem Zahnarzt gehen. Je eher Sie sich behandeln lässt, umso besser ist dies für Sie und Ihren Zahn.

Abszess am Zahn

Ein Abszess am Zahn ist eine Ansammlung von Eiter unter dem Gewebe. Es ist wie eine Kapsel eingeschlossen und daher abgekapselt vom umliegenden Gewebe.

Verwechseln Sie den Abszess nicht mit einem einfachen Pickel. Ein Abszess ist nicht so harmlos. Platzt ein Abszess auf und der Eiter gelangt in die Blutbahn, kann dies zu einer Blutvergiftung führen. Im schlimmsten Fall können Sie sogar daran sterben.

Wie erkennt man einen Abszess?

Sie sind viel größer als Pickel. Zudem strahlen die Schmerzen mehr aus als bei einem Pickel. Abszesse können im Zahnfleisch nahe der Oberfläche entstehen. Oder sie treten tief im Zahnfleisch auf. Aber auch durch Probleme, wenn Weisheitszähne durchbrechen, können Abszesse entstehen.

Außerdem können sie durch Probleme mit der Zahnwurzel begründet werden. Alle Ursachen haben gemeinsam, dass sie sich immer weiter ausbreiten können. Daher ist ein schnelles Eingreifen Ihres Zahnarztes wichtig.

Was sind Ursachen für Abszesse?

Ein Abszess wird durch Bakterien verursacht. Daher sollte es Sie nicht wundern, dass die häufigste Ursache mangelnde Mundhygiene ist. Zudem kann auch die falsche Zahnpflege zur Entzündung beitragen. Jegliche Beschädigung am Zahnfleisch oder Zahn begünstigt die Bildung des Abszesses.

Auch eine Wurzelentzündung breitet sich aus und ruft einen Abszess hervor. Aber nicht immer entsteht ein Abszess. Studien belegen, dass manche Menschen mehr  zu Entzündungen neigen als andere.

Was sind die Symptome bei einem Abszess?

Leider merken Patienten erst sehr spät einen Abszess. Dann aber sehr deutlich durch starke Schmerzen. Das Öffnen und Schließen des Kiefers kann sehr stark eingeschränkt sein. Manche verspüren aber auch gar keine Einschränkung. Das Erkennen des Abszesses wird erschwert, da oft die Schmerzen nicht genau lokalisiert werden können.

Wie wird der Abszess behandelt?

Ihnen bleibt nichts anderes übrig: Sie müssen unbedingt zum Zahnarzt. Nur er kann Ihnen helfen. Er wird ein Röntgenbild machen. Dadurch lässt sich das genau Ausmaß feststellen. Anschließend kann er mit der Behandlung beginnen.

Als Erstes wird der Eiter entfernt und die Entzündung behandelt. Anschließend können betroffene Zähne behandelt werden. Manchmal können auch beide Behandlungsschritte in einem durchgeführt werden. Eine weitere Entzündung müssen Sie nicht fürchten, wenn die Ursache entfernt wurde.

Dritte Prüfung: wie sieht das Zahnfleisch aus?

Zahnfleisch ist geschwollen, rot und/oder blutet

Normalerweise sollte Ihr Zahnfleisch blass rosa sein. Wenn Ihr Zahnfleisch ohne sichtbare Beschädigung anschwillt, rot ist und auch noch blutet, liegt es an einer schlechten Mundhygiene. Dabei sind es am häufigsten Bakterien, die eine Entzündung hervorrufen. Jetzt ist es wichtig, dass Sie schnell und richtig handeln. Die normale Zahnpflege reicht hier nicht mehr aus. Am besten suchen Sie umgehend Ihren Zahnarzt auf.

Warum schwillt das Zahnfleisch an?

Wenn bestimmte Bakterien zwischen Zahn und Zahnfleisch eindringen, entsteht eine Entzündung des Zahnfleisches. Dabei sind typische Anzeichen einer Entzündung rotes, geschwollenes Zahnfleisch, welches beim Zähneputzen auch oft blutet.

Das muss aber nicht immer sein. Zudem erkennen Sie einen tieferen Spalt zwischen Ihren Zähnen und dem Zahnfleisch. Das sind gute Anzeichen für eine Gingivitis. Lassen Sie diese Entzündung unbehandelt, dringen die Bakterien ungehindert weiter in Ihren Zahnhalteapparat ein und zerstören ihn.

Jetzt spricht Ihr Zahnarzt von einer Parodontitis, wobei viele Menschen fälschlicherweise von einer Parodontose reden. Im schlimmsten Fall werden Ihre Zähne locker, wackeln und können ausfallen.  In allen Fällen von Erkrankungen am Zahnfleisch kommt es zu unangenehmen Mundgeruch.

Zahnfleischbluten durch hormonelle Einflüsse

Beispielsweise in der Pubertät oder einer Schwangerschaft kann es durch Schwankungen im Hormonhaushalt ebenfalls zu Zahnfleischbluten kommen. Da manche Hormone das Zahnfleisch auflockern, können auch hier Bakterien leichter zwischen Zahn und Zahnfleisch eindringen und die Entzündung auslösen.

Dabei kann ebenfalls das Zahnfleisch anschwellen. Auch die Einname der Pille kann zu Zahnfleischbluten führen. Am besten suchen Sie Ihren Zahnarzt auf und besprechen alles mit ihm, um die Entzündung zu stoppen.

Medikamente haben Einfluss auf Ihr Zahnfleisch

Bestimmte Medikamente führen dazu, dass Ihr Zahnfleisch anschwillt und blutet. Hierzu gehören unter anderem Antiepileptika, Medikamente zur Therapie von Autoimmunkrankheiten, Blutdrucksenker, aber auch hormonelle Verhütungsmittel, wie die Pille. Am besten Sie suchen auch hier Ihren Zahnarzt auf und nennen ihm die Medikamente, die Sie einnehmen.

Zahnfleischbluten wegen Erkrankungen

Aber nicht nur Bakterien können Zahnfleischbluten auslösen. Es gibt eine ganze Reihe an ernsthaften Erkrankungen, die ebenfalls das Bluten auslösen können. Zu den Krankheiten zählen bestimmte Form der Diabetes, Leukämie, Mangelernährung, Virus- und Pilzinfektionen, HIV, Störung der Blutgerinnung, Allergien oder Verletzungen der Schleimhaut.

Zahnfleischrückgang

Wenn Ihr Zahnfleisch zurückgeht, leiden Sie unter stechenden Schmerzen am geschwollenen Zahnfleisch. Oft schämen sich Betroffene wegen der unschönen Rötungen und Schwellungen im Mund. Zudem reagieren Ihre Zähne sehr empfindlich auf heiße und kalte Getränke sowie saure und süße Speisen.

Was sind Ursachen für Zahnfleischrückgang?

Bei einem Zahnfleischrückgang bringt irgendetwas Ihre Mundflora aus dem Gleichgewicht. Möglicherweise steckt eine schwerwiegende Erkrankung dahinter. Diese greift neben Zähnen und Zahnhälsen auch das Zahnbett an.

Wie wird Zahnfleischrückgang behandelt?

Jetzt ist sofortiges Handeln angesagt. Auch wenn der Zahnfleischrückgang erstmal ohne Entzündung verläuft, drohen Karies und ein Bakterienbefall bis in den Kieferknochen.

Vierte Prüfung: gibt es Probleme am Kiefer?

Zähneknirschen

Gehören Sie auch zu den Menschen, die mit den Zähnen knirschen? Hier sind Sie nicht allein. Studien zu Folge ist jeder fünfte Mensch betroffen. Oft knirschen wir nachts und bekommen nichts davon mit. Manche knirschen aber auch am Tag. Auf jeden Fall ist es nicht gut für unsere Zähne.

Wieso ist Zähneknirschen schädlich?

Beim Knirschen werden die Zähne des Unterkiefers über die des Oberkiefers gepresst und bewegt. Dabei kann es zur erhöhen Abnutzung der Zähne kommen. Gerade im oberen Bereich eines Zahns kann die Schicht des Zahnschmelzes abgetragen werden. Dadurch wird der Zahn anfällig für Bakterien. Im schlimmsten Fall wird die ganze Zahnkrone zerstört. Auch Zahnersatz kann so zerstört werden.

Woher kommt das Zähneknirschen?

Das knirschen im Schlaf wird durch einen Prozess im Gehirn ausgelöst. Aber auch das Rauchen, Koffein und übermäßiger Alkoholkonsum sind erhöhen das Risiko. Häufig ist auch Stress im Beruf oder in der Familie der Auslöser. Dies wird besonders bei Patienten beobachtet, die tagsüber knirschen. Eine Therapie wird für Sie erforderlich bei anhaltenden Schmerzen. Genauso wie bei Muskelverspannungen und der Abnutzung der Zähne im Schlaf.

Wie wird Zähneknirschen behandelt?

Zuerst müssen Sie Ihren Zahnarzt aufsuchen. Er wird Ihnen auch eventuell an einen Kollegen weiterempfehlen. Zur Behandlung kommt oft die Knirscher-Schiene. Sie ist eine angepasste Schiene, die Sie vor allem Nachts tragen.

Die Schiene verhindert, dass Ihre Zähne aufeinander liegen und sich abnutzen können. Meist wird sie für den Unterkiefer angefertigt. Die erste Knirscher-Schiene wird in der Regel von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Spätere Anpassungen dafür dann nicht mehr.

Andere Behandlung für Zähneknirschen

Beim Biofeedback helfen kleine elektronische Geräte, sodass Sie Nachts nicht knirschen. Die Geräte funktionieren alle etwas anders, haben aber das gleiche Ziel. Dabei zeigen sie ähnliche Wirkungen wie die Schienen.

Das Knirschen kann auch durch Verhaltenstherapie und psychologische Beratung reduziert werden. Die Langzeitwirkung ist allerdings umstritten. Medikamente kommen auch sicherlich infrage. Hier sind positive Auswirkungen zu sehen. Aber aufgrund der Nebenwirkungen sind Medikamente nur kurzfristig zu empfehlen.

Kieferschmerzen

Kieferschmerzen haben unterschiedliche Ursachen. Die Beschwerden müssen auch nicht mal etwas mit dem Kiefer zu tun haben. Daher ist es schwierig die Ursache zu finden.

Symptome von Kieferschmerzen

  • Reiben, Knirschen oder Knacken der Kiefergelenke
  • Bewegung des Kiefers eingeschränkt
  • Schmerzende Kaufmuskulatur
  • Kopfschmerzen 
  • Verspannungen in Nacken, Schulter oder Rücken
  • Zähneknirschen
  • Zahnschmerzen 
  • Schlafstörungen
  • Ohrengeräusche und Tinnitus

Was tun bei Kieferschmerzen?

Zuerst sollten Sie Ihren Zahnarzt aufsuchen. Er untersucht die Zähne. Sind alle Zähne gerade oder liegt eine Wurzelentzündung vor? Wie sehen Ihre Füllungen, Kronen und Brücken aus?

Im Röntgenbild lässt sich erkennen, ob irgendwelche Entzündungen im Kiefer vorliegen. Nach dieser Untersuchung kann es sein, dass Sie Ihr Zahnarzt weiter an einen Kieferorthopäden oder HNO-Arzt überweist. 

Wie werden Kieferschmerzen behandelt?

Ihre Beschwerden können eventuell mit Antibiotika behandelt werden. Aber auch Wärme hilft. Zum Beispiel rotes Licht oder eine warme Badewanne.

Massagen können Ihnen ebenfalls helfen. Zudem gibt es verschiedene Entspannungsmethoden. Eine sehr einfache Methode ist, harte Nahrungsmittel für ein paar Tage zu vermeiden. Autogenes Training und Entspannungsübungen dienen als effektive Soforthilfe, als auch Sport gegen Stressabbau.

Sollte man bei Schmerzen zum Zahnarzt?

Haben Sie derzeit Zahnschmerz, sollten Sie sich auf jeden Fall untersuchen lassen. Auch die Angst vorm Zahnarzt sollte Sie  nicht aufhalten. Denn Sie werden immer wieder an Zahnschmerzen erleiden, wenn Sie Ihre Beschwerden unbehandelt lassen. Ein Zahn wird gut durchblutet. Daher können eindringende Bakterien über die Zähne in die Blutbahnen gelangen.

In seltenen Fällen kann dies zur Erkrankung der Herzklappen führen. Bei lang anhaltenden Entzündungen können Gefäße, wie Arterien oder Venen, erkranken. Bei schwangeren Frauen steigt durch manche Bakterien das Risiko einer Frühgeburt.

Sobald Sie eines der folgenden Anzeichen bei Ihnen feststellen, sollten Sie umgehend zum Zahnarzt gehen:

  • Zahnschmerzen über einen längeren Zeitraum trotz einer guten gründlichen Zahnpflege
  • Plötzlich auftauchende Zahnschmerzen in der Nacht 
  • Geschwollenes Zahnfleisch
  • Geschwollener Kiefer
  • Fieber
  • Gerötetes oder blutendes Zahnfleisch
  • Kau-Schmerzen

Fazit

Zahnbeschwerden können viele Gründe haben. Wobei die Ursachen nicht immer sichtbar und teilweise nicht am Zahn oder Kiefer zu finden sind. Daher sollten Sie Ihre Beschwerden nicht auf die leichte Schulter nehmen. Gerade anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden sollten für Sie ein Warnzeichen sein. Deshalb kontaktieren Sie umgehend Ihren Zahnarzt. Nur so können Sie weitere Schäden und Erkrankungen vermeiden.

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