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Zahnfleischbluten – Ursachen und Lösungen

Wenn beim Ausspülen des Mundes nach dem Zähneputzen Blut im Waschbecken zu sehen ist, sollte das immer sehr aufmerksam beobachtet werden. 

Idealerweise wird sofort ein Termin bei der Nächstliegenden Zahnarztpraxis gemacht. Zahnfleischbluten hat zwar in vielen Fällen harmlose Gründe, ist aber oft Vorbote von ernst zu nehmenden Erkrankungen. Diese können jedoch nur bei einer gründlichen Untersuchung der Zähne festgestellt werden.

Zahnfleischbluten kann zum Beispiel ein erstes Anzeichen für eine Zahnfleischentzündung sein. Diese bakterielle Erkrankung im Mundraum ist nicht nur sehr schmerzhaft, sondern kann bei ausbleibender Behandlung in Zahnverlust resultieren. 

Eine bakterielle Entzündung im Mundraum breitet sich sehr schnell aus und kann den ganzen Körper beeinträchtigen. Eventuell sollten Sie dabei eine professionelle Zahnreinigung in Anspruch nehmen. Die muss der Patient zwar selbst bezahlen, aber diese Reinigung des Gebisses ist ein wirksames Mittel gegen Zahnfleischbluten und Zahnfleischentzündung.

Dr. Zahn erklärt Ihnen Zahnfleischbluten von A bis Z und gibt Ihnen nützliche Ratschläge, wie Sie Zahnfleischbluten lindern können. 

zahnfleischbluten eines mannes
Bildquelle: ©scop.io

Ist Zahnfleischbluten gefährlich?

Gesundes Zahnfleisch ist wichtiger als man allgemein annimmt. Zahnfleischbluten ist gefährlich, da es das Symptom eines zugrundeliegenden Problems sein könnte. Grundsätzlich ist Zahnfleisch ein sehr resistentes, festes Gewebe, sodass es auch mit festen Nahrungsmitteln hervorragend zurechtkommt. Deswegen sollte blutendes Zahnfleisch mit einem umso kritischeren Auge betrachtet werden.

Die Ursachen sind unterschiedlichster Natur und Schwere. Die mildeste und häufigste Ursache für die Blutung des Zahnfleischs ist eine Zahnfleischentzündung (als „Gingivitis“ bezeichnet). Solche Entzündungen bekommen Sie selber gut in den Griff, etwa durch bessere Mundhygiene, eine hierfür entwickelte Zahnpasta (wie etwa Paradontax) oder gängige, meistens rezeptfrei in der Apotheke erhältliche Medikamente.

Eine deutlich kritischere Erkrankung sind Entzündungen des Zahnhalteapparats (auch als „Parodontitis“ oder „Parodontose“ bezeichnet). Bei schwerem Verlauf kann es zu einem Abbau Ihres Knochengewebes kommen, welches unbedingt verhindert werden sollte.

Was ist Gingivitis ?

Gingivitis sind relativ harmlose Entzündungen des Zahnfleisches. Diese können Sie in den meisten, wenn nicht allen Fällen, mit besserer Mundhygiene und Reinigung beheben. Erkennbar ist Gingivitis an leicht gerötetem und geschwollenen Zahnfleisch. Außerdem ist eine Art „Spalt“ zwischen den Zähnen und Zahnfleisch erkennbar, auch als Sulkus bezeichnet. 

Nekrotisierende ulzerierende Gingivitis

Diese Subform einer Gingivitis ist sehr selten und tritt blitzartig auf, beginnend mit einer schmerzvollen Entzündung im Zahnzwischenraum und fortlaufend zu einer rasanten Entzündung Ihres Zahnfleisches.

Starkes Zahnfleischbluten, gelbe, schmierige Beläge auf dem Zahnfleisch, ein Absterben (Nekrose) von Zahnfleischgewebe und starker Mundgeruch sind Anzeichen für eine NUG.  Schlechte Mundhygiene, Tabakkonsum und erheblicher Stress gehören neben einer HIV-Infektion zu den Hauptursachen.

Steigerung: Nekrotisierende ulzerierende Parodontitis

Zusätzlich zu den vorherigen Symptomen liegt hier ein Verlust des Kieferknochen-Volumens vor. Eine bakterielle Infektion, welche sich überirdisch schnell verbreitet, ist schuld für diese Erkrankung. Die „NUP“ wird des Öfteren mit HIV-Patienten assoziiert, weswegen diese Krankheit im Volksmund auch „HIV-assoziierte Parodontitis“ genannt wird, wobei dieser Wortgebrauch wegen seiner starken Stigmatisierung von HIV-Erkrankten kaum mehr geläufig ist.

Behandlungsmöglichkeiten für Gingivitis

Gründliche Mundhygiene ist generell die wichtigste und einfachste Methode um Krankheiten im Zahnbereich vorzubeugen oder zu behandeln. Bessere Technik, eine weichere Bürste und Zahnseide sind oft alles, was man benötigt, um schnell wieder gesundes Zahnfleisch zu haben. Neben dem kann man seinen Mund mit Kamillentee, Salbeitee oder einer Salzwasserlösung ausspülen, was eine desinfizierende Wirkung hat und das gereizte Zahnfleisch etwas beruhigen kann. Lavendel, Ingwer, Knoblauch und Kokosnussöl sollen ebenfalls das Leid auf natürliche Weise lindern können.

Eine etwas „kräftigere“ aber umso wirksamere Methode ist die Zuhilfenahme von Apfelessig, welcher mit seiner antibakteriellen Wirkung Abhilfe verschaffen kann. Hierfür einfach ein Glas Wasser und einen Esslöffel Essig vermischen und eine halbe Stunde vor dem Zähneputzen gründlich durch-gurgeln.

Was ist Parodontitis ?

Parodontitis (weitläufig als Parodontose bekannt) betrifft sehr viele Menschen – viel mehr als man glauben mag. Die Gengivitis kann als Vorstufe betrachtet werden bzw. als die „unbehandelte Vorerkrankung“.

Dringen Bakterien tiefer in den Zahnfleischraum ein, bildet sich ein Belag an der Wurzel des Zahnes. Dies ist der berühmt-berüchtigte Zahnstein, welcher regulär entfernt werden sollte. Bei Nicht-Behandlung mineralisiert er sich, wird fest, und dringt weiter in die Tiefe des Zahnapparats ein, was folglich eine Grundlage für eine starke Entzündung des Zahnfleischs darstellen kann. Rauchen beschleunigt außerdem diese Prozesse extrem.

Es kommt zu einer Rückbildung an Zahnfleisch, einer Lockerung der Zähne und hervorstehenden Zahnhälsen, was im Endeffekt auch zum Verlust der Zähne führen kann. Dieses Szenario sollte keinesfalls eintreten, da an diesem Punkt blutendes Zahnfleisch das geringste Problem darstellt. Um das zu vermeiden sollten Sie bereits bei einer Gingivitis eine Behandlung in Anspruch nehmen oder andere nötige Schritte leisten.

Chronische Parodontitis 

Die chronische Parodontitis beschreibt die bakterielle Infektion, welche infolge einer unbehandelten Gengivitis entsteht. Mit gründlicher Mundhygiene können weitere Degenerationen des Knochen- und Zahnfleischapparats aufgehalten werden. Bestehende Schäden an den Zähnen sind grundsätzlich irreversibel.

Steigerung: Aggressive Parodontitis 

Diese seltene Form der Parodontose wird durch einen aggressiven Bakterien-Stamm verursacht und ist vom Krankheitsverlauf sehr rasant und drastisch. Innerhalb von wenigen Jahren könnte aggressive Parodontitis zum Verlust aller Zähne führen, falls sie unbehandelt bleibt. Starke Blutungen oder Schwellungen des Zahnfleisches gehören überraschenderweise seltener zum Krankheitsbild als erwartet. Interessant ist hierbei ist, dass es Erfahrungsberichte gibt, welche darauf hindeuten, dass mehrere Familienmitglieder gleichzeitig von der aggressiven Parodontitis betroffen sind. Warum dies so ist, muss die Wissenschaft erst noch aufklären.

zahnarzt werkzeug
Bildquelle: ©scop.io

Behandlungsmöglichkeiten für Parodontitis

Es sind zahlreiche Wechselwirkungen, wie Rheuma, Schlaganfall oder Herzerkrankungen, im Zusammenhang mit erkrankten Zähnen bekannt. Selbst erhöhte Risiken für Atemwegserkrankungen konnten nachgewiesen werden. Bei jeder Parodontitis wird als Grundbehandlung eine Zahnsteinentfernung durchgeführt.

Natürlich hilft hierbei eine konsequente Mundhygiene zu Hause mit. Der Zahnstein wird sowohl oberhalb wie unterhalb des Zahnfleischsaumes mechanisch entfernt, sodass nach gründlicher Reinigung ein Anwachsen des Zahnfleisches an den Zahn wieder möglich ist.

Ist die Parodontitis schon sehr weit fortgeschritten muss eine Zahnfleisch-OP vorgenommen werden. Damit die Anzahl der Parodontose-Keime reduziert werden kann, werden antibakterielle Spüllösungen verwendet und mit einer Spritze in die Zahntaschen gespült.

Da die Parodontitis eine schleichende, für den Laien oftmals unerkennbare, Erkrankung ist sollte man regelmäßig den Zustand des Zahnfleisches überprüfen lassen. Auch wenn (noch) keine akuten Beschwerden vorliegen. Nur durch das frühzeitige Erkennen der Erkrankung und einer entsprechenden Therapie kann auch für die allgemeine Gesundheit eine stabile Basis geschaffen werden.

Hauptursache für Zahnfleischbluten

Eine unangenehme Wahrheit besteht darin, dass Zahnfleischbluten in den meisten Fällen durch mangelhafte Mundhygiene entsteht. Dies muss man als ersten Schritt zur Lösung mit sich selber vereinbaren und seine früheren Fehler in der eigenen Mundhygiene einsehen. 

Falls Sie chronisch unter Zahnfleischbluten leiden, sollten Sie über Ihre Angewohnheiten in der Mundhygiene nachdenken. Die Technik, wie Sie Ihre Zähne putzen, die verwendete Zahnpasta und regelmäßiges Reinigen der Zahnzwischenräume mit Zahnseide sind alles wichtige Faktoren. Zusätzlich würde es Sinn ergeben, eingenommene Medikamente genau zu untersuchen, da es Medikamente gibt, die Zahnfleischbluten auslösen oder begünstigen können. Im nächsten Abschnitt erklären wir, welche anderen Ursachen außerdem möglich sind.

Zahnfleischbluten durch Erkrankungen und andere Einflüsse

Bakterien sind, wie oben erläutert, die Hauptursache für Zahnfleischbluten. Jedoch kann blutendes Zahnfleisch auch manchmal ein Indikator für eine andere ernstzunehmende Krankheit sein, die nicht nur Zähne oder Zahnfleisch, sondern den ganzen Körper betreffen kann. Einige davon haben wir hier aufgeführt.

Diabetes

Diabetiker haben ein tendenziell schwächeres Immunsystem, was Entzündungen begünstigt und gleichzeitig Heilungsprozesse verlangsamt. Doch dies ist nicht alles. Neben dem erhöhten Zuckerspiegel im Blut haben Diabetiker bzw. Zuckerkranke auch in ihrem Speichel einen höheren Zuckerspiegel. Dies bedeutet vereinfacht, dass sich der hier liegende Zucker hervorragend eignet, damit sich Bakterien fröhlich vermehren können, was zahlreiche Erkrankungen in der Mundhöhle begünstigen kann (so zum Beispiel Karies und eben auch Parodontitis). 

Rauchen

Menschen, die regelmäßig rauchen, sind besonders gefährdet für Erkrankungen aller Art, mitunter auch Zahnfleischentzündung und Parodontitis. Falls Sie rauchen und öfters blutendes Zahnfleisch haben ist die Diagnose relativ selbsterklärend und Sie sollten in Betracht ziehen, schnellstmöglich mit dem Rauchen aufzuhören.

Blutkrebs

Hier sind frühe Anzeichen unter Anderem vermehrte Blutung des Zahnfleischs in Verbindung mit vermehrtem Nasenbluten. Dahinter steckt ein biologischer Prozess: der Körper produziert zu viel weiße Blutkörperchen, welche gesunde Blutplättchen sozusagen „wegdrängen“. Die Blutgerinnung wird gedrosselt und es kommt vermehrt zu Blutungen. Übrigens herrscht bei HIV-Infizierten ein vergleichbarer Sachverhalt, hier aber noch begleitet von Schwellungen. 

Mängel und Pilze

Zahnfleischbluten kann auch durch einen akuten Eiweiß- und Vitamin-C-Mangel begründet sein. Diese Mängel werden wiederum von Magersucht, Alkoholismus und Mangelernährung begünstigt. Ein möglicher Pilzbefall durch die „Candida albican“ kann ebenfalls Zahnfleischbluten auslösen. Dies geht üblicherweise mit einem weißen Film am gereizten und geröteten Zahnfleisch einher. 

Medikamente

Blutverdünnende Medikamente können ebenfalls Ursache für Zahnfleischbluten sein, da sie die Blutgerinnung beeinträchtigen und Einnehmende somit schneller und stärker anfangen zu bluten, als Menschen, die keine Blutverdünner zu sich nehmen. Es wird auch berichtet, dass eine hohe Konzentration an Phenytoin, Cyclosporin und Kalziumantagonisten zu einer Zahnfleischwucherung führen kann, was ebenfalls Zahnfleischbluten verursachen kann.

Toleranz

Individuelle Unterschiede und Toleranzen bezüglich der Empfindlichkeit gegenüber Fremdkörpern oder chemischen Stoffen (wie etwa Prothese) können Zahnfleischbluten ebenfalls begünstigen.

Hormone

In der Schwangerschaft und Pubertät kann Zahnfleischbluten hormonell vermehrt vorkommen. Einige Hormone lockern das Zahnfleisch und erleichtern Bakterien den Zugang zum Zahnfleisch. Das Endresultat ist somit Zahnfleischbluten. Hier unterscheidet man zwischen Schwangerschafts-Gingivitis und Pubertäts-Gingivitis. Auch die Anti-Baby-Pille kann durch die Hormonmanipulation eine ähnliche Reaktion auslösen.

Falls Sie die Vermutung haben, dass ein oder mehrere Beschreibungen aus diesem Bereich auf Sie und Ihr Symptombild zutreffen, lassen Sie sich umgehend zu einer professionellen Behandlung beraten. 

Zahnfleischbluten ohne Zahnarzt in den Griff bekommen

Liegt die leichteste Leidensform (Gingivitis) vor, müssen Sie, wie weiter oben schon erwähnt, selber proaktiv werden und Ihre Mundhygiene näher inspizieren. Die richtige Technik des Putzens wäre nach dem allgemeinen Wortlaut die Vibrationsmethode, auch als Bass-Methode bekannt. Um weitere Irritationen Ihres Zahnfleisches zu vermeiden, sollten Sie eine weichere und somit schonendere Zahnbürste verwenden, um Beläge zu entfernen.

Als Nächstes kommt die Zahnseide, das wohl am meisten vernachlässigte Hygiene-Mittel für Zähne. Mit Zahnseide entfernen sie Plaque in den Zahnzwischenräumen und verringern die Wahrscheinlichkeit von Zahnfleischbluten. Über die „richtige“ Zahnseide gibt es kaum öffentlichen Diskurs, es empfiehlt sich daher sich bei zahnärztlichem Fachpersonal individuell beraten zu lassen.

Wichtiger Tipp: wenn Sie Zahnseide verwenden und anfangen zu bluten ist das kein Grund zur Sorge. Das Bluten ist hier kein Indikator für eine Zahnfleischentzündung. Sie müssen Ihre Zahnzwischenräume gründlich putzen um der Gefahr einer Entzündung zu entgehen. Das Bluten sollte allerdings schnell wieder aufhören und auch weggehen, wenn man Zahnseide über längere Zeit nutzt. Falls das nicht der Fall ist, sollten Sie medizinisches Fachpersonal zu rate ziehen.

Chlorhexidin ist ein bewährtes, allgemein zugängliches Medikament in Form einer Spülung, welche Zahnfleischbluten verhindern bzw. lindern soll.

Falls diese Methoden wenig Erfolg aufweisen müssen Sie gezwungenermaßen zum Zahnarzt, welcher eine definitive Antwort für Ihr Leiden finden kann.

Wie der Zahnarzt Zahnfleischbluten stoppt

Falls Sie sich für den richtigen Schritt entscheiden und zum Zahnarzt gehen, haben Sie bereits vieles richtig gemacht. Dieser wird als Erstes Ihre Zahnflächen reinigen, Zahnstein und andere Beläge wie Plaque entfernen. Dies erfolgt mit pointierten Ultraschallgeräten und Handinstrumenten.

Eventuell werden Sie ein Antibiotikum verschrieben bekommen. Bei Formen von Parodontose ist unter Umständen ein operativer Eingriff vonnöten, um das verlorene Gewebe gründlich zu entfernen und eine Ausbreitung der Entzündung zu verhindern. War die Parodontose so fortgeschritten, dass es bereits zu einem Ausfall der Zähne gekommen ist, erfolgt anschließend unter Umständen ein Zahnersatz unter Zuhilfenahme von Zahnimplantaten. In unserem anderen Leitartikel erklären wir Ihnen verständlich von A bis Z wie diese Implantate funktionieren und was sie hier beachten müssen.

2 Gedanken zu „Zahnfleischbluten – Ursachen und Lösungen“

  1. Leider habe ich seit mehreren Wochen auch Zahnfleischbluten. Ich habe mir nichts dabei gedacht, aber der Artikel hat mir gezeigt, dass es doch ein ernsteres Thema sein könnte, als ich dachte. Besser mache ich mir morgen einen Termin beim Zahnarzt. Interessant, dass Lavendel, Ingwer, Knoblauch und Kokosnussöl natürliche Heilmittel sein sollen.

  2. Ich habe seit ein paar Wochen Zahnfleischbluten. Gut zu wissen, dass blutverdünnende Medikamente eine Ursache für Zahnfleischbluten sein können. Ich habe nächste Woche einen Termin bei meinem Zahnarzt. Dort fühle ich mich sehr wohl und werde immer freundlich empfangen.

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