aligner

Invisalign ist die Zukunft, Zahnspangen sind von gestern

Von Zahnlücke bis Kreuzbiss

Zahnfehlstellungen sind natürlich

Zähne sind von Natur aus meistens nicht perfekt, wenn es Perfektion überhaupt gibt. Unser Zahnapparat und Kiefer sind dies ebenso wenig. Dadurch haben zahlreiche Menschen Zähne, welche optisch vom gesellschaftlich konditionierten Standard abweichen. Für viele ein harter Schlag fürs Selbstvertrauen, für andere hingegen ein akzeptierter, natürlicher Bestandteil ihres Lebens.

Fehlstellungen gibt es reichlich.  Eine beachtliche Anzahl an Menschen hat einen Zahnengstand, andere Menschen hingegen schiefe Zähne, einen Überbiss bzw. einen Unterbiss. Nicht so selten ist auch der weniger bekannte Kreuzbiss vorzufinden, bei welchem sowohl der Ober- und Unterkiefer eine Fehlstellung aufweisen, sodass sich die Zähne buchstäblich “kreuzen”.

Therapie oder Selbstakzeptanz

Zusätzlich zählen Zahnlücken zu den am weitesten verbreiteten Fehlstellungen auf der Welt. Die Zahnlücke ein äußerst differenzierendes Merkmal vieler Personen, namentlich von der weltberühmten Pop-Legende Madonna und dem britischen Superstar Elton John, die beide die auffallende Zahnlücke als Ihr einzigartiges Schönheitsmerkmal vermarktet haben.

Sofern die Zahnlücke und Gebissfehlstellungen optisch als Teil des eigenen Aussehens akzeptiert werden und die funktionale Beeinträchtigung sich im Rahmen des Tragbaren hält, muss man nicht unbedingt etwas gegen Fehlstellungen wie Zahnlücken oder Über- und Unterbiss unternehmen. Jedoch ist bei den Menschen das Selbstvertrauen einigermaßen geschädigt und sie entscheiden sich für Kiefer-chirurgische Eingriffe und Behandlungsformen, um Ihre individuelle Fehlstellung zu korrigieren. 

Eine Therapie, die sich immer fester als Ersatz der traditionellen Zahnspange verankert, ist die Invisalign-Schiene. Studien suggerieren, dass sie wirkungsvoller als viele andere Behandlungen sind. Wir erklären Ihnen verständlich, was es mit diesem Trend genau auf sich hat und fassen alle interessanten Fakten zusammen, was Sie hierzu unbedingt wissen sollen.

Invisalign als modernes, optisches Meisterwerk

Invisalign – einfach erklärt

Invisalign ist ein wesentlicher Bestandteil der modernen Kieferorthopädie geworden. Es wurde entwickelt, um Fehlstellungen im Bereich der Zähne zu beheben und dabei fast völlig unauffällig zu bleiben. Obwohl traditionelle kieferorthopädische Schemata mehr oder weniger offensichtlich sind, zeichnet sich Invisalign durch seinen scheinbar “unsichtbaren” Ansatz aus, deswegen wird es auch oft als “unsichtbare Zahnspange” bezeichnet.

Um Zahnfehlstellungen zu korrigieren, findet eine Invisalign-Behandlung statt, die individuell angefertigt und eingesetzt wird. Dies sind durchsichtige Schienen, die mit einem Klick mit den Zähnen verbunden werden. Sie werden für jeden Patienten individuell angefertigt und verschieben die Zähne nach einem vorher festgelegten Behandlungsplan. Besonders vorteilhaft ist die Tatsache, dass Invisalign in jedem Alter und bei fast jeder Zahnfehlstellung eingesetzt werden kann. Doch wie genau funktioniert diese unsichtbare Wunderwaffe?

gerade zähne
Bildquelle: ©pixabay.com

Invisalign = künstliche Intelligenz

Anwendungen der unsichtbaren Zahnspange gibt es viele. Vereinbaren Sie zunächst einen Termin für eine Untersuchung in der Praxis. Der Kieferorthopäde wird feststellen, ob Sie ein guter Kandidat für eine Invisalign-Versorgung sind.

Wenn keine Karies oder Entzündungen vorhanden sind, kann die Behandlung beginnen. Der Patient wird zunächst gründlich analysiert, seine Zähne werden teilweise mit 3D-Methoden gescannt. Dieser Scan wird vom Kieferorthopäden verwendet. Bevor die Behandlung mit Invisalign beginnt, erstellt der Kieferorthopäde eine Simulation des Endergebnisses, den sogenannten “Clincheck.

Der Algorithmus berechnet die erforderlichen Zwischenschritte zum Erreichen des Ziels mithilfe der speziellen, unglaublich komplexen und über mehrere Jahre aufgebauten Software des Herstellers und künstlicher Intelligenz.

Der Kieferorthopäde individualisiert und personalisiert den vorher genannten Clincheck für jeden Patienten. Für jeden einzelnen Schritt wird ein Aligner erstellt. Der Patient wird mit einem Satz nummerierter Schienen ausgestattet. Die erste Schiene ist Schiene 1. Jede weitere Schiene bringt die Zähne ein wenig näher an ihre endgültige Position.

Schmerzfrei schön sprechen

Die Zähne werden mit Invisalign in äußert kleinen Schritten bewegt. Dadurch sind die Schmerzen nicht spürbar. Beim Einsetzen neuer Vorhänge kann es zu Druck-, Kopf- oder Bauchschmerzen beim Essen kommen. Normalerweise dauert dies nicht länger als ein bis zwei Tage. Es hilft, wenn Sie nicht viel Hartes essen, sondern nur viel Weiches zu sich nehmen.

Invisalign Aligner sind sehr klein und umdecken nicht den gesamten Kiefer. Oft bemerkt man in den ersten 1-2 Tagen leichte Sprachbeeinträchtigungen, wie Lispeln. Innerhalb weniger Tage wird man sich an die neuen Umstände gewöhnen und die Beeinträchtigungen sind ein Ding der Vergangenheit.

Was man bei einer Behandlung beachten muss 

Bevor mit der Invisalign-Therapie begonnen wird, ist es wichtig, dass die Zähne und das Zahnfleisch des Patienten in gutem Zustand sind. Es dürfen keine kariösen Stellen oder parodontale Erkrankungen vorhanden sein. Diese müssen zuvor vom Zahnarzt entfernt werden. Generell gilt: Unabhängig vom Behandlungsverfahren sollte eine kieferorthopädische Behandlung nur in einem stabilen Umfeld beginnen.

Es ist wichtig, dass der Invisalign-Effekt nach der Therapie retiniert, also stabilisiert wird. Hierfür verwenden wir in der Regel sogenannte permanente Retainer. Das sind dünne Drähte, die von hinten nach vorne, von Eckzahn zu Eckzahn, gehen und direkt auf die Zähne geklebt werden. Solange solche Retainer an den Zähnen befestigt sind, können sich die Zähne nicht mehr bewegen.

So lange dauert eine Behandlung

Tägliches Tragen wichtig

Invisalign Schienen können bis zu 22 Stunden am Tag getragen werden. Der Patient nimmt seinen Aligner nur zum Essen und Zähneputzen heraus. Bei dieser perfekten Tragezeit erzielen Sie die besten Behandlungsergebnisse und Ihre Zähne bewegen sich am schnellsten in die gewünschte Richtung.

Monate bis Jahre der Geduld erforderlich

Einfach gesagt, je schiefer die Zähne sind, desto länger dauert die ganze Sache. Einzelne Zähne können in 3 bis 6 Monaten korrigiert werden, wenn Sie sie nur korrigieren lassen wollen. In 1,5 bis 2 Jahren können schwierige Zahn- und Kieferfehlstellungen behoben werden. Bei Ihrem ersten Besuch kann Ihnen Ihr Kieferorthopäde eine genauere Einschätzung der Behandlungsdauer geben. Natürlich wird die Dauer der Behandlung von der Tragezeit und der Disziplin des Patienten beeinflusst.

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Kosten als Buh-Faktor

Der Grad der Zahnfehlstellung und die Therapierichtung sind entscheidend für die Kostenbeurteilung bei Invisalign. Bei sehr schwierigen Verhältnissen sind die Kosten höher als bei unkomplizierten Situationen. Auf der anderen Seite können leichte Fehlstellungen mit Invisalign vergleichsweise günstig beseitigt werden. Das Invisalign-Schema unterscheidet sich hier übrigens nicht von herkömmlichen Methoden der Malokklusions-Entfernung.

Auch hier ist der Grad der Fehlstellung entscheidend für die Einschätzung der Kosten. Bereits ab 1800 Euro kann eine Basisbehandlung in Anspruch genommen werden. Je länger die Pflege dauert, je mehr Termine Sie wahrnehmen können und je schwerer die Fehlstellung ist, desto höher werden die Kosten. Natürlich müssen nicht alle Kosten gleich zu Beginn berechnet werden. In der Regel zahlen Sie in Raten oder vierteljährlich. Besprechen Sie dies einfach mit Ihrem Kieferorthopäden.

Wofür Invisalign nicht geeignet ist

Viele Zahnfehlstellungen können mit Invisalign nicht effektiv behandelt werden. Starke Rotations- und Kippstellungen sind Beispiele dafür. Starke Kieferfehlstellungen sind eine weitere Möglichkeit. Um diese Fälle adäquat und erfolgreich zu behandeln, werden zusätzliche Hilfsmittel wie Brackets oder chirurgische Verfahren eingesetzt.

Nichtsdestotrotz ist das Behandlungsspektrum von Alignern mittlerweile sehr breit gefächert, mit mehreren Möglichkeiten. Bitte zögern Sie nicht, sich zu erkundigen. Ihr Kieferorthopäde wird Ihnen anhand der Simulation zeigen können, was in Ihrer Situation machbar ist.

Oft gestellte Fragen

Wie reinigt man Invisalign-Schienen ?

Das Waschen von Invisalign ist im Wesentlichen dasselbe wie die Reinigung einer anderen herausnehmbaren Apparatur. Die Schienen können meist mit Zahnpasta und einer Zahnbürste gereinigt werden. Prothesen-Bürsten, welche man für die Reinigung von Prothesen benutzt, sind viel besser. Ihre Borsten sind dicker als die einer normalen Zahnbürste, die bei der Reinigung von Apparaturen relativ leicht brechen.

Für wen ist Invisalign geeignet?

Fast alle kieferorthopädischen Therapien sind mit der Invisalign-Therapie kompatibel. Bestimmte Therapien, wie die Behandlung eines offenen Bisses oder eines Kreuzbisses, sind mit Invisalign besonders gut möglich.
Einige Maßnahmen, wie die Biss-Erhöhung bei einem tiefen Biss, bei dem die oberen Schneidezähne im Schlussbiss sehr weit über die unteren Schneidezähne ragen, sind schwieriger durchzuführen. Dieser Fehlbiss kann seit dem Aufkommen der sogenannten Attachments vor etwa sieben Jahren auch mit Invisalign behandelt werden.
In der Vergangenheit war es schwierig, eine faire Biss-Erhöhung durchzuführen. Attachments sind winzige Silikonerhöhungen, die auf den Zähnen angebracht werden, um die Schienen beim Einrasten an den Zähnen zu unterstützen. Diese Behandlungsmethode ist recht stringent. Invisalign hingegen ist für alle anderen Therapieanwendungen genauso geeignet wie z.B. eine feste Apparatur.

Warum sollte man sich für Invisalign entscheiden?

Invisalign Schienen waren das erste Schienengerät, das auf den Markt kam, und der Hersteller Align Technology hat es seither ständig verbessert. Um eine Invisalign-Behandlung abzuschließen, werden mehrere Hilfsmittel benötigt, die es nur bei dieser Behandlungsmethode gibt und nicht bei Schienenprodukten der Konkurrenz. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass Align Technology bereits eine ganze Reihe von Patenten besitzt.
Das Programm, mit dem das Verfahren nachgebildet wird, ist zum Beispiel äußerst komplex. In jahrelanger Entwicklungsarbeit wurden sogenannte Algorithmen entwickelt, die die Zahnbewegungen messen können.
Dazu gehört die Berechnung des Mechanismus, mit deren Hilfe die Schienen an die Zähne angepasst und die Kraft auf die Zähne übertragen werden kann. Es gibt Bereiche, in denen Invisalign anderen Behandlungen einfach überlegen ist, was bedeutet, dass das Behandlungsziel mit Invisaligns viel besser vorhersehbar und erreichbar ist.

Ist Invisalign so gut wie eine Zahnspange?

In bestimmten Fällen ist Invisalign bei der Behandlung von Zahnfehlstellungen effektiver als typische Geräte und Formen. Es gibt jedoch einige Zahnfehlstellungen, bei denen z. B. eine festsitzende Apparatur ein besseres Ergebnis erzielen wird. In der überwiegenden Mehrheit der Fälle kann jedoch jedes Behandlungsergebnis, das mit einer festsitzenden Apparatur erzielt werden kann, auch mit Invisalign erreicht werden. Die überragende Optik von Invisalign Schienen im Vergleich zur festen Zahnspange ist ebenfalls ein nennenswerter Punkt.

Was kostet die Behandlung mit Invisalign?

Die Preise für kleinere Frontzahnkorrekturen am Ober- oder Unterkiefer liegen zwischen 2000 und 2500 €. Beide Frontzahnkorrekturen entsprechen etwa 3500 bis 4000 €. Intensivere Behandlungen, die eine Biss-Korrektur beinhalten können, können 8000 oder sogar 9000 € kosten, vor allem, wenn der Biss eines Erwachsenen, der sich nicht mehr entwickelt, oralchirurgisch verändert werden soll.

Was übernehmen die Krankenkassen?

Die Kosten für eine Invisalign-Behandlung werden von der Krankenkasse übernommen, je nachdem, ob es sich um eine gesetzliche Krankenkasse oder einen privaten Kostenträger handelt.
Die gesetzlichen Krankenkassen können die Kosten nur übernehmen, wenn die Behandlung vor dem 18. Lebensjahr durchgeführt wird, es sei denn, es liegt eine gravierende Fehlstellung vor. Der Gesetzgeber definiert genau, was sinnvoll ist und was nicht.
Ab dem 18. Lebensjahr können die gesetzlichen Krankenkassen eine Fehlstellungsbehandlung im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung nur dann mitfinanzieren, wenn sie eine kombinierte kieferorthopädische und Kiefer-chirurgische Maßnahme erfordert, d.h. wenn der Kieferchirurg noch chirurgisch tätig werden muss.
Ansonsten ist die Erwachsenenversorgung, unabhängig von der Behandlungsform, rein privat. Die kieferorthopädische Therapie wird, unabhängig von der Behandlungsform, von der Privatversicherung übernommen. Es kommt dabei allein auf die medizinische Indikation an. Ein privater Kostenträger, wie z.B. ein privater Krankenversicherer, kann nicht vorschreiben, welche Form der Leistung erbracht werden muss. Hierfür ist allein der Patient verantwortlich.

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