ICD-10 Klassifikation: Abrasion der Zähne (K03.1)
Abrasion (Abrasio dentium) ist ein Begriff aus der Zahnheilkunde, der einen mechanisch bedingten Verlust von Zahnhartsubstanz (Zahnschmelz; Dentin sowie Wurzelzement) durch Fremdkörper beschreibt. Der Substanzverlust kann dabei so weit gehen, dass die unterlagernden Zahnschichten zum Vorschein kommen. Je nach Ursache bzw. Auslöser unterscheidet die Zahnmedizin verschiedene Formen des Zahnhartsubstanzverlusts, wie
- Abrasion (mechanischer Abtrag durch Fremdkörper, etwa stark abrasive Zahnpasta oder falsche Putztechnik),
- Erosion (chemischer Substanzverlust durch Säuren, nicht bakteriell bedingt),
- Attrition (Abrieb durch direkten Zahn-zu-Zahn-Kontakt, etwa beim Knirschen) und
- Demastikation (Verlust der Hartsubstanz durch das Kauen abschleifender Nahrungsmittel).
Zahnverschleiß kann auch durch Bruxismus, also das Zähneknirschen während der Nachtstunden, entstehen; fachlich handelt es sich dabei um Attrition. Darüber hinaus entstehen degenerative Effekte durch säurehaltige und abschleifende Nahrungsmittel (Demastikation). Ein Hartsubstanzverlust durch falsche Zahnpflegetechniken ist in der Zahnmedizin ebenfalls dokumentiert.
Diese pathologischen Substanzverluste sind in jedem Fall von der natürlichen Abrasion der Zahnhartsubstanz zu unterscheiden. Letztere ist ein normaler Prozess der Alterung, auf den ein Organismus mit Anpassung reagiert. Pathologische Substanzverluste sind für den Körper allerdings eine wesentlich größere Herausforderung, da sie deutlich schneller voranschreiten können.
Um das Vordringen der Abrasion ins weiche Dentin zu verhindern, sind Vorsorgeuntersuchungen zu empfehlen. Besteht Behandlungsbedarf, muss der Zahnarzt zuerst der Ursache für den Verschleiß nachgehen und diese Faktoren ausschließen. In welchem Rahmen die gesetzliche Krankenversicherung bzw. eine Zahnzusatzversicherung Kosten einer Behandlung übernimmt, hängt von den Einzelmaßnahmen der Therapie ab. Allgemein kommt eine Erstattung über beide Versicherungen aber oft in Frage.