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Ist die Behandlung medizinisch notwendig?
Wer sich Gedanken über schönere Zähne macht, sollte sich genau überlegen, ob das Verfahren medizinisch notwendig oder die Überlegung dem eigenen Wunsch entsprungen ist. Dieser Unterschied wird sich in den Kosten bemerkbar machen, denn Schönheitsoperationen sind etwas anderes als unumgängliche Maßnahmen. Davon abgesehen birgt jede Behandlung oder Operation die üblichen Risiken.
Notwendig für schönere – weil gesündere – Zähne sind beispielsweise Korrekturen der Zahnstellung, die in der Regel bereits im Kindes- beziehungsweise Jugendalter vorgenommen werden und in diesem Alter bei ausgeprägten Fehlstellungen (kieferorthopädische Indikationsgruppe ab Grad 3) von der Krankenkasse übernommen werden, wenn die Behandlung vor dem 18. Geburtstag beginnt. Den Eigenanteil von 20 Prozent (ab dem zweiten gleichzeitig behandelten Kind 10 Prozent) zahlen die Eltern zunächst selbst; er dient der Sicherheit, damit die mehrjährige Behandlung bis zum Ende fortgeführt wird. Ist sie erfolgreich abgeschlossen, erstattet die Kasse diese Beiträge.
Bereits kleine Schönheitsbehandlungen wie eine Zahnpolitur müssen selbst übernommen werden. Tee- oder Kaffeeflecken, die sich gern an der Innenseite der unteren Schneidezähne festsetzen, sind nicht gefährlich und stören nach außen niemanden. Die Kasse bezahlt weder diese Plaquebeseitigung noch eine zweite Zahnsteinentfernung pro Jahr. Je nach Gebiss kann diese bei Zahnstein durchaus sinnvoll sein, muss aber selbst finanziert werden.
Wer von Haus aus schlechtere Zähne hat, kann sich eine Zusatzversicherung überlegen und sollte die Inhalte gut prüfen, damit sie auch möglichst maßgeschneidert sind. Eines Tages kommen tatsächlich notwendige Reparaturen auf diese Zähne zu: Brücken, Implantate, die sogenannten “Dritten” … Das kann im Einzelfall ins Geld gehen und jeder ist selbst aufgerufen, Vorsorge zu treffen. Müssen Zähne dagegen ‘nur’ gezogen werden, wie beispielsweise Weisheitszähne, liegt also eine ärztlich bescheinigte Notwendigkeit vor, tritt die Kasse mit ihren Leistungen ein. Das gilt im Zweifelsfall auch für Unfälle, bei denen das Gebiss verletzt wurde. Doch wird hier immer im Einzelfall geprüft.
Doch vieles andere läuft nicht nur unter dem Begriff der Zuzahlung, sondern ist von vornherein als Schönheitsoperation zu betrachten und damit für die Kasse erstattungsfrei. Das sogenannte “Bleaching“, das Bleichen eher gelber oder dunklerer Zähne mit Wasserstoffperoxid oder Carbamidperoxid, gehört beispielsweise in der Regel dazu.
Insgesamt lässt sich feststellen, dass Zahnbehandlungen recht kostenintensiv sind. Dass Menschen mit weniger Geld bald schon an ihren Zähnen erkennbar sein könnten, ist ein inzwischen häufiger gehörter Warnruf nicht nur von Medizinern. Doch die Kostenschraube wird sicher nicht so schnell sinken, daher sind Jüngere gut beraten, rechtzeitig vorzusorgen, finanziell und in Hinsicht auf die eigene Zahnhygiene zu Hause.
Zahnbehandlungen – keiner mag sie…
… und doch müssen bestimmte Zahn- und Kieferprobleme so schnell wie möglich behandelt werden, um größere Schäden und gesundheitliche Folgeprobleme zu vermeiden, siehe zum Beispiel bei Zahnfisteln (© Sven Vietense / Fotolia)
Die häufigsten Zahnbehandlungen
Versiegelung der Zähne Die Versiegelung der Zähne wird auch Fissurenversiegelung genannt und dient der Kariesvorbeugung. Die Behandlung stellt ein gängiges Verfahren in Zahnarztpraxen dar und wird bis zum 18. Lebensjahr …
STATISTIK zum Thema:
Zahnprobleme und Zahnbehandlungen
Besuchte Einrichtungen bei Zahnproblemen in der EU > Dargestellt sind Einrichtungen, die zur Behandlung bei Zahnproblemen (in den Ländern der EU-27 + 3) von Patienten besucht werden. (Quelle: Statista / Europäische Kommission)
Im Blickpunkt: Zahnfistel Behandlung
Zahnschmerzen und die damit verbundenen ebenfalls schmerzhaften Zahnbehandlungen beim Zahnarzt hat so gut wie jeder schon einmal erlebt. Ob ein Loch im Zahn oder eine Fistel – angenehm ist das nicht. Im Falle einer Zahnfistel kann es sogar zu einer Gefährdung der ganzheitlichen Gesundheit kommen. Doch was versteht man unter einer Zahnfistel und was kann man dagegen tun?
Hat man eine Zahnfistel im Mund, so bedeutet dies, dass sich Eiter direkt an der Zahnwurzel gebildet hat. In diesem Falle sollte direkt ein Arzt aufgesucht werden, um weitere und zum Teil nicht nur unangenehme, sondern auch äußerst gesundheitsschädliche Folgen zu vermeiden.
Eine Fistel besteht aus drei Teilen: der Öffnung, dem Kanal und dem Grund. Sie ist meist das Resultat einer langwierigen Entzündung, welche vorher nicht bemerkt oder einfach unachtsam nicht beachtet worden ist. In einigen wenigen Fällen verheilt eine Fistel ganz von selbst, doch darauf sollte man sich nicht verlassen.
Eine Zahnfistel ist zunächst als kleiner roter Punkt, einem kleinen Pickelchen, erkennbar. Das Pickelchen füllt sich mit Eiter und erhält dadurch die typisch weiß-milchige Farbe, welche auch die kleinen Eiterpickel wie sie häufig im Gesicht zu finden sind, aufweisen. Das Pickelchen füllt und füllt sich mit Eiter bis es schließlich durch den Druck platzt. Im Grund der Fistel wird wiederum neuer Eiter gebildet und durch den Fistelkanal zur Öffnung und schließlich in den Mund befördert. Dieser Vorgang ist sowohl schmerzhaft, als auch ungesund. Da der Eiter in den Mund gelangt, wird er auch automatisch von der betroffenen Person geschluckt, was gesundheitlich nicht fördernd ist.
Die genaue Ursache für eine Zahnfistel, welche in der Regel im Grund der Fistel liegt, kann durch das Röntgen des Gebisses herausgestellt werden. In den meisten Fällen liegt die schuldige Entzündung direkt an der Wurzelspitze vor. Die Entzündung selbst kann durch einen Fremdkörper oder aber durch eine weitere Entzündung, nämlich einer Entzündung der sogenannten Zahnfleischtaschen hervorgerufen worden sein. Die Entzündung kann zudem auf den Kieferknochen weitergeleitet werden und muss daher schnellstmöglich behoben werden – entsprechende Zahnbehandlungen dürfen nicht warten! Auf keinen Fall sollte man eine Fistel und die damit verbundene Entzündung ignorieren. Ansonsten kann es zu schweren Erkrankungen auch in anderen Körperzonen kommen. Dazu gehört zum Beispiel eine Erkrankung der Nieren sowie des Herzens. Daher sollte die Behandlung einem Zahnarzt überlassen werden. Dieser behandelt die Ursache, in der Regel mit einer Wurzelkanalbehandlung, bei der das entzündete Gewebe aus dem Zahn entfernt und der Kanal gereinigt und verschlossen wird. Ein Antibiotikum ist dafür meist nicht nötig, sondern nur in bestimmten Fällen, etwa wenn sich die Entzündung ausbreitet oder Fieber auftritt. Nach der Behandlung heilt die Fistel in vielen Fällen ab. Gelingt das nicht, kommen eine Wurzelspitzenresektion oder im schlimmsten Fall das Ziehen des Zahns in Frage.
VIDEO zum Thema
YOUTUBE: Zahnbehandlung bei Angstpatienten mit Lachgas
(www.youtube.com/watch?v=pJA5DPTVSRI)



